Lindenberg i.Allg.,  06./07.Mai 2006
Turniersieger:  SG Petersberg
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unsere Helden von Lindenberg i.Allg. 2006

ALLES NACH PLAN, DIE VIERTE: SG Petersberg gewinnt zum 4. Mal in Folge den Westallgäu-Cup
Panther-Attacke abgewehrt  –  perfekter Plan geht erneut auf

Lindenberg im Allgäu: Es war das Wochenende der großen Sieger: Frankfurts Eintracht feierte den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga, Schumi siegte am Nürburgring, der FC Bayern wurde wieder einmal Meister – und die erste Männermannschaft der SG Petersberg gewann zum vierten Mal in Folge den Westallgäu-Cup in Lindenberg. Ein monatelang gereifter und immer weiter perfektionierter Plan des eiskalten Strategen Achim Sujer und seiner Mitstreiter war wieder einmal aufgegangen. Und so waren es gegen 15.30 Uhr in der Lindenberger Sporthalle wieder die gleichen Gesichter, deren Augen im Blitzlichtgewitter blinzelten, die gleichen Hände, die geschüttelt wurden, die gleichen Namen, die von zahllosen Groupies in ekstatischer Vollzückung durch die Arena hallten – und natürlich auch die gleichen Arme, die den begehrten Cup in Empfang nahmen.
„Alles eine Frage der Planung“, brachte es Achim Sujer nach dem erwarteten Triumph kurz, sachlich und prägnant auf den Punkt. Denn bereits kurz nach dem Erfolg im Vorjahr hatten wir uns in zahllosen Sitzungen in geheimen Quartieren eingefunden, um an einer schlagkräftigen Mannschaft und einer geschickten strategischen Inszenierung zu feilen. Der größte Coup dieser Schaffensphase dürften wohl die überraschende Verpflichtung von Marco Kemmerzell gewesen sein, den wir durch eine geschickte Intrige vorzeitig aus seinem Vertrag bei der HSG Vulkan Vogelsberg freikaufen konnten. Und noch einen hatte niemand auf der Rechnung: Den polnischen Jet-Piloten und Weltklassekreisläufer M. Kowacki (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Fliedener Trainer). Dazu „Titan“ Olaf Ebert im Tor, zwei treffsichere Außen Marco Präschang und Achim Sujer, ein gut besetzter Rückraum mit Stephan Heerd, Florian Rumpf, Christoph Ebert und David Medler sowie ein exzellentes Betreuerteam mit Peter Sujer, Thorsten Reinhardt und Stefan Heyl – eine ebenso erfolgsversprechende wie explosive Mischung verschiedener Spielertypen, die es sofort im ersten Spiel mit den pinkfarbenen Panthern zu tun bekommen sollte. Auch diese waren nicht untätig gewesen und hatten sich, neben gezielter Propaganda in unserem Gästebuch personell verstärkt. Doch letztlich sollten all diese Bemühungen nicht ganz ausreichen. Denn wir brachten den harzverschmierten Luftballon (oder wie manch penibler Schweizer sagte: „Der offizielle Turnierspielball) einmal mehr im Kasten unter, gewannen 7:6 und hatten die Panther-Attacke wieder einmal abgewehrt. Zeit also für die ersten Meckkatzen, Hochstift- oder GT (gesprochen „Dschie/Tie“)-Tässchen, Zeit um sich den ein oder anderen Gegner, Müllfrauen, Atom-Frösche, Talente und Stinktiere anzusehen und sich langsam aber sicher auf das nächste Spiel gegen Leutkirch vorzubereiten. Um es vorweg zu nehmen: Wir hatten die Partie gute im Griff und gewannen relativ souverän mit 15:7 Toren. 4:0 Punkte und durch die anderen Ergebnisse konnte uns nur noch eine Niederlage mit mehr als vier Toren von Platz eins der Gruppe verdrängen.
Genau dies war der Zeitpunkt um einen bis zu diesem Zeitpunkt streng geheimen weiteren Trumpf aus dem Ärmel zu zaubern. Während sich sämtliche Gegner monatelang fragten, was wir nun diesmal ausbrüten werden, griffen wir einfach in perfektionierter umgekehrter Psychologie auf ein nur leicht modifiziertes Modell aus dem Vorjahr zurück, das bereits damals seine Wirkung nicht verfehlt hatte. Das System: Wir lieferten gegen die völlig übermotivierte Truppe des HC Hard eine (scheinbar) bemitleidenswert beschämende Leistung ab und verpassten es natürlich auch nicht, uns gut sichtbar für alle über diesen scheinbaren Rückschlag zu ärgern. Dabei passten wir natürlich auf, dass die Niederlage nicht mehr als vier Tore betrug, unterlagen am Ende mit zwei Treffern und hatten den Gruppensieg in der Tasche. Mit anderen Worten: Während sich die Konkurrenz über unseren Fehltritt amüsierte, stießen wir auf das Gelingen unseres Plans an.

Mit 400-Gramm-Steaks, Käsespätzle oder überdimensionalen Schnitzeln, diversen isotonischen Getränken feierten wir Teil eins der erneuten Erfolgsgeschichte, während uns „Ebi Copperfield“ mit atemberaubenden Zauberkunststückchen das Bankett versüßte. Die Stimmung war gut, die Sprüche wurden besser – der perfekte Zeitpunkt, uns ein Stelldichein auf der Handballer-Party zu geben und dafür zu sorgen, dass die Unterhopfung uns keinen Strich durch die Rechnung machen konnte.
So kam er dann schließlich, nach mehr oder weniger Schlaf: Der Finaltag. Um 9.08 Uhr stand unser Viertelfinale gegen Hohenems auf dem Programm. In alter Manier erwiesen wir uns als „taufrisch“, gewannen relativ klar 12:8 und machten den Einzug ins Halbfinale perfekt. Anders zum Beispiel als unser Erzrivale aus Lindenberg, der sich diesmal mit Rang sieben begnügen musste. Damit stand der Lokalmatador aber immer noch einen Platz vor den am Vortag noch so motivierten Österreichern aus Hard. Diese hatten ihr Pulver – gleich einer handballerischen ejaculatio praecox – mit dem Erfolg gegen uns verschossen. Tja, liebe Harder: Erfolg ist kein Zufall. Denn dann wenn es gilt, muss man hellwach sein. So wie wir im Halbfinale gegen die starke Mannschaft aus Immenstadt. Dank eines überragenden Titans Olaf Ebert im Tor, ein wenig Glück und einer guten Abwehr gegen die Immenstädter Rückraumkanoniere setzten wir uns in diesem vorgezogenen Finale, wie manch einer schon unkte, mit zwei Toren Vorsprung durch, und konnten einmal mehr singen Finale – oho!
Der Gegner diesmal: Die TSG Leutkirch, die wir in der Vorrunde bereits besiegt hatten. Von diesem Erfolg etwas verwöhnt oder leicht unterhopft – wir taten uns lange Zeit recht schwer. Doch wie das altbekannte gute Pferd, das nur so hoch springt, wie es muss, gewannen wir mit einem Tor – wie schon im ersten Spiel gegen die Pink Panther. Der Kreis schloss sich – ein perfekter Plan war wieder einmal aufgegangen und kulminierte schließlich im abschließenden Husarenstück bei der Pokalübergabe. Mit stoischer Ruhe und der Professionalität eines Seriensiegers nahmen wir Cup und Glückwünsche entgegen und verteidigten gleichzeitig – zum Leidwesen vieler Groupies - den begehrten Pokaldeckel. Erfolg ist nun mal kein Zufall.
Wir danken unseren Fahrern Ole, Achim, Thorsten, Flo und Kowacki für ihren unermüdlichen Einsatz und natürlich auch den zahlreichen Helfern. Besonders denjenigen, die trotz Ausfalls der Spülmaschine zwei Tage lang das Geschirr mit der Hand gespült haben.
Es war ein wieder einmal rundum gelungenes Wochenende, auch wenn es an den Tankstellen keinen GT gab und die PS 2 am Hotelfernseher nicht lief und auch, wenn leider keiner von uns zur Hutkönigin gekrönt worden ist. Aber man kann ja nicht alles haben. Doch eines hatten wir ganz sicher: Jeder Menge Spaß (der Kiefer tut beim momentanen Schreiben immer noch vom Lachen weh) und eines haben wir ebenfalls so sicher wie das Meckatzer beim Westallgäu-Cup: Den Pokal, halleluja, halleluja. Und das hintereinander zum vierten Mal, halleluja.... Doch bestimmt noch nicht zum letzten Mal... Denn der nächste Plan ist schon in Arbeit.