Lindenberg i.Allg.,  01./02.Mai 2004
Turniersieger:  SG Petersberg
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unsere Helden von Lindenberg i.Allg. 2004

NEUES JAHR – ALTES MOTTO:  „ALLES NACH PLAN“, DIE ZWEITE

Lindenberg im Allgäu: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, ließ der den meisten von uns wohl aus dem Sonntag-Vormittag-Programm bekannte Colonel Hannibal Smith aus dem A-Team einst süffisant grinsend vernehmen, wenn gerade einmal wieder alles zu seiner Zufriedenheit gelaufen war. Und was für den guten Herrn Smith recht ist, ist für die erste Mannschaft der SG Petersberg mindestens seit diesem Jahr billig. War der Gewinn des Westallgäu-Cups in Lindenberg im Jahr zuvor von vielen Kritikern noch als reiner Zufall oder Glück abgetan worden, werden diese Stimmen wohl seit dem 2. Mai endgültig verstummt sein. Denn wie schon im Jahr 2003 lief auch beim Westallgäu-Cup 2004 „Alles nach Plan“.
Auch wenn diesmal (proviantbedingt) ein paar Tässchen hochstiftlichen Gebräus weniger (dafür haben wir uns wesentlich mehr Postbräu reingequält) unseren Pfad des Erfolges pflasterten, war es wiederum ein Start-Ziel-Sieg. Bereits am Tag der Abfahrt, als der uns dieses Jahr leider abkömmliche Franze zum „Warmtrinken“ einlud, erste Versuche an der Baseball-Keule fast ohne Verletzungen beendet werden konnten und die Hinfahrt, teils mit warmen, teils mit kaltem Bier, nahezu perfekt verlief, deutete sich ein erfolgreiches Wochenende an, das sich schließlich auch auf dem Handballfeld fortsetzen sollte.
Das „vorgezogene Endspiel“ gegen Gastgeber Lindenberg sollte zu einem Einstand nach Maß avancieren:. 8:4-Sieg, der erste Schritt war getan. Ob zweier Stunden Spielpause hieß es nun erst einmal: „Prost Gemeinde!“, ehe die TSG Leutkirch uns zum Kräftemessen lud. Erneut lief alles für uns, erneut stand am Ende ein Sieg zu Buche: „9:4“ prankte diesmal in leuchtenden Zahlen auf der Anzeigetafel. Nach diesen zwei Erfolgen stand unser erster Tabellenplatz in der Vorrundengruppe bereits fest. Vielleicht schaute schon deshalb der ein oder andere etwas zu tief ins Tässchen oder verausgabte sich am Baseball-Schläger, denn in dieser letzten Partie gab es lediglich ein 4:4-Unentschieden gegen die Unaussprechlichen von irgendwoher (HC Chuchachäschtli). Dennoch war der Gruppensieg perfekt, und der Finaltag konnte kommen. Schließlich hieß der Viertelfinalgegner wie schon im Vorjahr „Pink Panther Donauwörth“. Wenn das mal kein gutes Omen war.
Doch vorher mussten wir schließlich noch Präsenz auf der Handballerparty zeigen. Da dieses Unterfangen ohne gute Grundlage einem Selbstmordversuch gleichgekommen wäre, führte der Weg uns zunächst in die „Kapelle“, die entgegen der ursprünglichen Bedeutung ihres Namens kein Himmelsbrot an sich, sondern Manna in Form von XXL-Schnitzeln anzubieten hatte. Und wie´s mit dem Glauben nun einmal ist: Der eine bekam früher, der andere später seine Erleuchtung. Die letzten warteten gar weit über zwei Stunden, denn auf der „Hochzeit zu Lindenberg“ gingen zwar die Getränke nie aus, von einer „wunderbaren Schnitzelvermehrung“ konnten wir aber nur träumen. Dafür lohnte sich allerdings das Warten und jeder hatte irgendwie, irgendwo, irgendwann ein himmlisches Essen auf dem Tisch stehen, das als Grundlage für die kommenden Stunden perfekt sein sollte. Ohne Kreuzzeichen, dafür mit einem „gesegneten“ Williams ging es dann aus der Kapelle – geradewegs zur Handball-Party.
Zuvor sollte sich noch in erstaunlicher Schnelligkeit ein altes Volkstum bewahrheiten. Da allzu viele von uns ihre Teller nicht leer gegessen hatten, gab es auf einmal – na was wohl: Regen. Aber was konnte uns schon so ein bisschen Naturgewalt, vor allem, wenn wir ohnehin mit einem Shuttle-Bus abgeholt wurden? Genauso wenig wie die Gegner am Vormittag!
Jetzt aber zur Party: Dort angekommen, waren es weniger Naturgewalten als vielmehr die Technik, die zunächst Trösterstimmung vermuten ließ – denn selbige glänzte aufgrund technischer Mängel durch Abwesenheit. Aber wer wird sich schon davon abhalten lassen: Schließlich sind auch wir in gewisser Art und Weise Helden, ob mit oder ohne Vorschlaghammer. Schließlich wollten wir nicht als stille Sportfreunde (oder so ähnlich) in die Geschichte eingehen. Und da das Thekenpersonal im Gegensatz zur Musikanlage bestens auf Zack war und auch diese Nord-Schweizer in ihrer bäuerlichen Idylle nun endlich einmal mit dem Szene-Getränk „Master-Blaster“ konfrontiert wurden, dieses auch sofort in Perfektion zubereiteten und damit nicht wenige von uns in Versuchung führten, waren bald die meisten endgültig bester Laune. Zumal auch die Musik irgendwann wieder einstimmte und ihren Part zu einem gelungenen Abend beitrug. So wurde jeder – der eine mit seinem Wodka-Mixgetränk, der andere mit einer leckeren Meckatzer-Gerstenkaltschale – nach seiner Fasson glücklich, und die Basis zu einem tollen Finaltag war gelegt.
Wir überspringen den Rest der Nacht und den Aufgang der Sonne:
Sonntag, Zeit und Ort wie im Vorjahr, Gegner wiederum Pink Panther: Trotz kleinerer Probleme hatten wir auch diesmal letztlich souverän die Nase vorn, zwitscherten im Halbfinale einmal mehr die Lindenberger gnadenlos weg und es hieß wieder einmal: „Finale oho!“
Doch just in dem Moment nahezu überschäumender Zuversicht deutete sich an, dass unser allseits beliebter isotonischer Durstlöscher scheinbar seine Schuldigkeit getan hatte. Sollten wir etwa falsch kalkuliert haben? War dies das Ende der Erfolgsgeschichte? Natürlich nicht. Wie schon bei Popeye, dem sich stets auch in ausweglosester Situation irgendwo Spinat präsentierte, sollte auch bei uns noch eine Ration „Fitmacher“ auftauchen. Wie aus dem Nichts wurde auf einmal noch eine Kiste Hochstift aus dem Kühlwagen gezaubert, aufgerissen, ausgelutscht und weggeschmissen.
Der daraus resultierende Adrenalinschub verlieh ungeahnte Kräfte. Das leicht favorisierte Team aus Bexhövede (bei Bremerhaven) hatte nicht den Hauch einer Chance. Mit 10:4 schossen wir die Nordlichter weg und holten die Schüssel erneut nach Hessen – zum dritten Mal, was dem Cup einen ewigen Platz im Wohnzimmer unseres Achim einbringen dürfte und uns erneut in den Genuss einer Pokalparty bringt. Nach filmreifer Siegerehrung, Zeitungsfotos sowie Interviews und Autogrammstunden, gönnten wir uns noch eine wohlverdiente Dusche, um schließlich die Rückfahrt eines hoch amüsanten, erneut sehr erfolgreichen und jedenfalls wiederholungsbedürftigen Wochenendes in Lindenberg anzutreten.
Prost Gemeinde ! Denn wir haben den Pokal – FOREVER !!!!!!!!!